Mit dem Second Screen ist Fußball nur halb so langweilig.

Fußballtechnisch gesehen halte ich lieber den Mund. Davon verstehe ich weniger als all die Bundestrainer in meiner Twitter-Timeline zusammen. Aber am Rande ein bisschen mitspielen, geht mit dem Second Screen ganz prima. Und wird von Tech-Nerds sogar empfohlen.

„Tatort und Fußball machen mehr Spaß“ führt Stephan Dörner heute im Techblog des Wall Street Journal als einen der fünf Gründe an, warum Deutschland twittern sollte. Das findet meine Gartenschnecke auch. Und schon ist Fußball nur halb so langweilig.

Wer auch keine Ahnung hat, aber mitreden will, dem seien hier die gängigsten Fußballfloskeln wärmstens empfohlen.

Lasst Senioren im Internet mitspielen. Wie man wütende Offliner knackt.

Die jüngste Zeit war für mich sehr seniorenlastig und analog. Die ü70er, die mir eine Privatunterkunft boten, sind komplett offline. Sie beäugten überwiegend verständnislos mein Kommunikationsmanagement mit dem iPhone. Als der erste Wutanfall über digitale Verblödung über mich hereinbrach, fühlte ich mich als Versager. Dann habe ich die älteren Herrschaften in der digitalen Wunderwelt mitspielen lassen und siehe da: „Mensch, das ist ja eine dolle Erfindung.“

iPadpremiere eines Seniors

Nein, Du kannst nichts kaputt machen. Vorsichtig, aber neugierig scrollt ein Senior erstmals über ein iPad.

Mein Anfangsfehler war die Selbstverständlichkeit, mit der ich während meines zweiwöchigen Berlinaufenthalts anlässlich der re:publica das Handy auf Schritt und Tritt bei mir trug. Es gab so viel zu verabreden und zu besprechen, zu twittern und zu lesen.

Dauernd spielt Ihr mit Euren neumodischen Apparaten herum, schimpfte mein 75jähriger Gastgeber. Aber um ein Fahrrad zu reparieren, seid Ihr zu blöd.

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Vom Silversurfer zum Silvernerd. Es ist furchtbar, aber es geht.

Silversurfer empfand ich als Begriff für in Ehren ergraute Anfänger im Netz anfangs als eine durchaus charmante Bezeichnung. Bis ich gemerkt habe, dass ü50er damit unterschwellig als Internetidioten belächelt werden. Pah! Jetzt kommen die Silvernerds!

iPhone-Video-Seminar

 Hallo, ihr Internetpeople. Ihr bekommt Gesellschaft.

Unter dem Begriff Silversurfer tummeln sich Internetnutzer ab der Generation 50plus. Besondere Merkmale: Die Haarfarbe geht ungefärbt in Silbergrau über, die Schritte im Internet sind von misstrauisscher Vorsicht und technischer Überforderung geprägt. Die Lieblingsaktivitäten: Suchmaschinen nutzen, E-Mails senden und empfangen, zielgerichtet Angebote und Informationen suchen.

Ein Blick über den digitalen Graben

Im Frühjahr 2012 saß ich dann staunend vor meinem frisch gebackenen Twitteraccount, folgte den Links einer aufgekratzten Timeline und landete unversehens mit heißen Ohren in den Livestreams von der re:publica in Berlin – jener einzigartigen Konferenz der digitalen Gesellschaft, wo Nerds und Blogger, Social Media Freaks und Netzaktivisten, Manager und Wissenschaftler, Designer und Unternehmer zum Austausch zusammenkommen.

Die glauben bloß, dass sie das Internet nutzen.

Bei seiner Überraschungsrede machte sich Mister Internet Sascha Lobo nicht nur löbliche Sorgen um die „Nichtinternetnutzer“: „Wir müssen uns überlegen, wie man diesen digitalen Graben zuschütten kann.“ Lobo belustigte sich auch über jene, die bloß glauben, dass sie das Internet nutzen. „Regelmäßig nutzen heißt: einmal im Monat anhaben“, feixte Lobo. Und wofür? „KRS.  – Konto. Reise buchen. Spiegel Online.“

Ich fühlte mich ertappt. Zu Recht.

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