Silvernerds sind die Generation nach den Silversurfern.

Silvernerd. So habe ich dieses Blog getauft. Der Begriff ist noch erklärungsbedürftig. Ich verstehe darunter eine in Ehren ergraute Generation, die keine Angst vor dem Neuland Internet hat. Eine Generation, die nicht nur silversurfend als Besucher im Netz unterwegs ist, sondern als Siedler den virtuellen Raum mitgestalten will.

Silvernerds wollen an der Gestaltung des virtuellen Raums mitstricken.

Silvernerds wollen an der Gestaltung des virtuellen Raums mitstricken.

Silversurfer empfand ich früher als Begriff für ältere Einsteiger im Netz als eine durchaus charmante Bezeichnung. Bis ich gemerkt habe, dass ü50er damit unterschwellig als Internetdoofis belächelt werden. Sie sind online, aber was tun sie da? Bevorzugt Suchmaschinen nutzen, E-Mails senden und empfangen, zielgerichtet Angebote und Informationen suchen, vielleicht noch Onlinebanking und Reisebuchung. Das Internet als ein Kultur- und Lebensraum ist für sie eher noch Neuland.

Silvernerds wollen Neuland erobern
Silvernerds sind Leute, die sich dieses Neuland erobern wollen, seine großartigen Möglichkeiten der Vernetzung nutzen und selbst ein Teil dieses Kultur- und Lebensraums werden wollen. Sie bloggen und twittern, machen Videos und einen eigenen Tumblr, sie gehen auf die re:publica, schreiben E-Books und halten irgendwann ihre erste Session auf einem Barcamp. Der Begriff Silversurfer reicht mir dafür nicht aus.

Die Onlinestudie 2013 von ARD und ZDF hat ermittelt, dass die Zahl der Internetnutzer in Deutschland von 53,4 Millionen auf 54,2 Millionen Menschen gestiegen ist. Für das Wachstum ist ausschließlich die Generation der „Silversurfer“ ab 50 Jahren verantwortlich. Inzwischen sind fast so viele Menschen in der Altersgruppe 50-59 Jahre mindestens gelegentlich online wie in der Altersgruppe 20-29 Jahre.

Der Unterschied in der Nutzung ist jedoch gewaltig. Jüngere sind nicht nur länger im Netz, sie nutzen auch in viel stärkerem die Vielfalt der Angebote im Netz. Die mit Abstand bevorzugten Anwendungen von älteren Menschen sind weiterhin: Suchmaschine, E-Mail und zielgerichtet Informationen suchen. Die Nutzung privater Netzwerke ist in der Generation 50+ mit einem Anteil von 16 (Vorjahr: 17) Prozent noch wenig verbreitet.

Lasst uns das ändern.

Morgen besuche ich das erste Mal ein Barcamp: das Community Camp Berlin. Ich bin gespannt, ob ich dort nur Digital Natives treffe oder auch den einen oder anderen Silvernerd. Sprecht mich an. Ich freue mich auf den Austausch und auch über Kommentare in diesem Blog.

Mehr zu diesem Thema:

Michael Praetorius: Silvernerds sind für unsere Netzkultur ganz wichtig

Sabine Kern: Silvernerd: „Das hat so etwas Experimentierfreudiges und Jugendliches.“

Leseempfehlung:

„Offensichtlich herrscht in unserer Gesellschaft noch ein Opa-Bild vor, dass mit der Realität relativ wenig zu tun hat.“ Detlef Untermann spricht im Interview mit Michael Firnkes über sein „Opas Blog“ und Vorurteile.

2 Gedanken zu “Silvernerds sind die Generation nach den Silversurfern.

  1. Pingback: CommunityCamp 2013 | Aktivtourismus-Blog

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